


Cyrano Reinecke
Der feuilletonistische Fuchs
Redakteur (seit 1950 im Dienst)
Offiziell genehmigt durch das Zwischenarchiv: Archivsignatur ZW1920/FF30
Funktion: Ehrenredakteur des Lavendelnachtfalter-Verlags,
Wächter über die Fußnoten
Kleiner Steckbrief
Lieblingssatz: „1 % Erfolgschance? Pah. Ich hab in Redaktionen gearbeitet, da lagen die Chancen bei 0,3 %. Und trotzdem haben wir’s durchgezogen. Weil gute Geschichten nicht gefragt haben, ob es vernünftig ist.“
Besondere Fähigkeiten:
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Humor so dunkel, dass er die Tinte verschreckt
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Besondere Liebe für heimliche Briefe
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Beherrscht die Kunst, Lektorat als professionelles Beleidigen zu verstehen (vor allem die Texte seiner Chefin)
Kaffeebestellung: „Kaffee? Muckefuck und Zigarette sind das wahre Leben eines Redakteurs!“
Redaktionelle Marotten:
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Hat noch nicht verstanden was das Internet ist
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Besteht darauf, dass Briefe per Hand geschrieben werden
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Korrigiert mit Lavendeltinte, die duftet
Zitat über moderne Technik: „Ich war einmal für fünf Minuten im Trend. Es waren die nichtssagensten Minuten meines Lebens: Laut und voller Matcha“
Herkunft: Geboren 1921 in Freiburg. Flucht nach Lyon mit seinen Eltern 1933. Später nach Kriegsende Heimkehr nach Stuttgart als Redakteur einer Zeitung. Eingeschlafen auf einem Dachboden wegen eines verzauberten Buches 1950. Aufgeweckt durch den Duft von Lavendel 2025.


Erste Worte vom Fuchs
Cyrano stellt sich vor. Oder:
Wie man sich zwischen Muckefuck und Melancholie wiederfindet
Guten Tag, werte Leserschaft,
mein Name ist Cyrano Reinecke. Geboren wurde ich in Freiburg im Jahre 1921, bis meine Eltern (beide Professoren für Literaturgeschichte) aus unserer Heimat fliehen mussten…eine lange Geschichte, die ich ungern wieder aufrollen würde.
Manche würden mir unterstellen, ich sei alt. Vielleicht mag das zutreffen, aber ich bin nicht müde. Schon als junger Redakteur habe ich Artikel geschrieben, vor denen sich das Internet heute fürchten würde. Sprache ist kein Trend, sondern die Seele der Welt und ihrer werde ich niemals gleichmütig.
Ich habe in Redaktionen gearbeitet mit Zigarrenrauch in der Luft, so dick, dass man heutzutage eine Krankschreibung einholen würde. Wir tranken unseren Muckefuck aus Pappbechern, die nach einer Schicht durchgeweicht waren und habe uns die Nächte um die Ohren geschlagen, weil gute Artikel niemals warten.
Was ihr Duden nennt, ist für mich grade mal Vorspiel.
Ihr werdet mich finden, als Flüsterer der Zwischenzeilen, als Kolumnist der Lavendelpost, als Sprachrohr für die Ungehörten und als Herzenswärmer für die mutigen Autoren von morgen. Denn eines ist sicher: Zeit mag vergehen, doch Worte bleiben.
Aber keine Sorge: Ich bin nicht hier, um zu urteilen. Ich bin hier, um zu begleiten. Ich bin der Fuchs im Lavendelnachtfalter-Verlag. Die Stimme, wenn du selbst gerade keine findest.
Und falls du mal das Gefühl hast, dass dein Manuskript nicht gut genug ist: Du hast es geschrieben. Das zählt. Alles andere sind ein gutes Lektorat und ein paar Kaffeeflecken.
So verbeuge ich mich herzlichst mit Tinte im Blick und Respekt vor euren Geschichten.
Euer Cyrano Reinecke
Ehrenredakteur für Zwischenzeilenpoesie